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Schwämme (Porifera)

Vorkommen: Schwämme sind im Süß- und Salzwasser lebende Tiere, die weltweit mit 5000–8000 bisher bekannten Arten vorkommen; einschließlich der noch nicht entdeckten könnten es 15.000–24.000 sein! Die in der Ostsee verbreiteten Schwamm-Arten sind auch in anderen Meeren zu finden.

Kennzeichen: Schwämme sind die einfachsten Vielzeller im Tierreich. Obwohl sie aus verschiedenen spezialisierten Zellen aufgebaut sind, besitzen sie keine Muskel-, Nerven- und Sinneszellen. Sie reagieren daher nicht sichtbar auf Reizungen. Schwämme sitzen an einem Ort fest. Je nach Strömungsverhältnissen oder anderen Umweltfaktoren kann eine Schwamm-Art unterschiedliche Formen annehmen. Die Bestimmung von Schwämmen unter Wasser fällt daher auch Experten schwer und muss durch mikroskopische Untersuchungen ergänzt werden. Die Arten werden nach dem Material, aus dem das Skelett besteht, eingeordnet. Es gibt Skelettnadeln aus Kalk oder Siliziumdioxid (ähnlich Glas). Diese werden von einer Stützsubstanz, dem porösen, Küchenschwamm-ähnlichen Spongin, gehalten. Aufgrund dieser unverdaulichen oder auch giftigen Bausteine haben Schwämme relativ wenige Feinde. In der Ostsee sind unter anderem Meeresnacktschnecken auf Schwämme spezialisiert.

Ernährung und Fortpflanzung: Schwämme produzieren mit Hilfe von Geißelzellen einen Wasserstrom, der durch ein weit verzweigtes inneres Kanalsystem gepumpt wird. Das mit Nahrung und Sauerstoff angereicherte Umgebungswasser wird über viele Einströmöffnungen in den Körper geleitet, verwertet und über eine große Ausströmöffnung wieder abgegeben. Durch diesen Filtrierprozess kommt Schwämmen eine große Rolle bei der Klärung von aquatischen Ökosystemen zu. Die zwittrigen Schwämme geben über ihre Öffnungen auch ihre Geschlechtsprodukte ab. Nach einem kurzen planktonischen Stadium setzen sich die Larven an einem Ort fest. Die Tiere können sich weiterhin durch Bruchstücke „klonen“ und haben ein immenses Regenerationsvermögen.