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Seescheiden (Ascidiacea)

Kennzeichen: Trotz offensichtlicher Unterschiede im Erscheinungsbild sind Seescheiden die nächsten Verwandten der Wirbeltiere und damit auch des Menschen. Beide Gruppen gehören zum Stamm der Chordatiere. Neben anderen gemeinsamen Organen ist für die Chordatiere die Ausbildung eines stabförmigen Stützapparats im Rücken typisch, der bei den Wirbeltieren zur Wirbelsäule wird, bei den Seescheiden allerdings nur im Larvenstadium vorhanden ist. Die Larven von Wirbeltieren und Seescheiden sind sich insgesamt sehr ähnlich. Seescheiden zeichnen sich weiterhin durch einen widerstandsfähigen, aus zelluloseähnlicher Substanz bestehenden Mantel aus, der je nach Art knorpelig, gallertig oder faserig sein kann.

Durch ihr gut ausgebildetes Nervensystem reagieren Seescheiden auf Umweltreize, beispielsweise durch das Ausstoßen von Wasser, und lassen sich dadurch im Feld gut von den oft ähnlich aussehenden Schwämmen unterscheiden. Charakteristisch für die festsitzenden, filtrierenden Tiere sind zwei Siphone, die dem Ein- und Ausströmen von Atemwasser und Planktonnahrung dienen. Der sich anschließende reusenartige Kiemendarm dient der Atmung und Verdauung. Auch die Geschlechtsprodukte der Zwitter gelangen durch die Ausströmöffnung ins freie Wasser, wo sich die befruchteten Eier zu freischwimmenden Larven entwickeln. Seescheiden vermehren sich häufig aber auch ungeschlechtlich durch Knospung.

Vorkommen: Die in der Fehmarnbelt-Region vorkommenden und hier vorgestellten Seescheiden-Arten sind allesamt in Gruppen stehende Einzeltiere. Weltweit kommen jedoch auch koloniebildende Arten vor. Mit rund 2000 Spezies sind sie die artenreichste Gruppe der zu den Chordatieren gehörenden Manteltiere und aufgrund ihrer Mantelausbildung und Filtrierleistung eine der erfolgreichsten Tiergruppen überhaupt. Sie leben ausschließlich im Salzwasser und heften sich dort auf hartem Untergrund fest.