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Meeressäuger (Pinnipedia / Cetacea)

Kennzeichen: Der Begriff Meeressäuger umfasst mehrere Tiergruppen, die nicht näher miteinander verwandt sind: Wale, Robben, Seekühe und Seeotter. Sie teilen jedoch zwei wesentliche Eigenschaften: Alle Meeressäuger sind Säugetiere, die ihre Nachkommen mit Milch säugen, und alle haben sich an das Leben im Meer hervorragend angepasst. Während Robben und Seeotter sich noch an Land bewegen können, wenn auch meist recht unbeholfen, ist dies den Walen und Seekühen nicht mehr möglich. Von den genannten Gruppen kommen in der Ostsee lediglich Robben und Wale vor.

Um im Wasser überleben zu können, waren einige Anpassungen nötig. Statt eines wärmenden Haarpelzes verhindert eine dicke Fettschicht das Auskühlen der Warmblüter. Die Vorderextremitäten haben sich zu kräftigen Flossen umgestaltet, während die Hinterbeine entweder eine gemeinsame Schwanzflosse bilden (Robben) oder aber ganz verloren gingen (Wale).

Obwohl Meeressäuger ausgezeichnete Schwimmer und Taucher sind, gehören sie zu den Lungenatmern und besitzen keine Kiemen. Für die teilweise beeindruckenden Tauchzeiten und -tiefen waren daher auch Veränderungen der Lunge sowie weiterer Organe nötig. So speichern Wale beispielsweise einen Großteil des Sauerstoffs im Myoglobin der Muskulatur, während Robben eine höhere Blutmenge mit einem erhöhten Anteil des Blutfarbstoffes Hämoglobin aufweisen.

Ein weiteres Problem, welches die Säuger bei ihrer Rückkehr ins Meer lösen mussten, ist der hohe Salzgehalt des Meerwassers. Überschüssiges Salz muss ohne hohen Wasserverlust aus dem Körper transportiert werden, um den körpereigenen Salz- und Wasserhaushalt konstant zu halten. Zu diesem Zweck kam im Laufe der Evolution eine erhöhte Zahl der Nierenlappen, so dass von den Meeressäugern ein stark konzentrierter Harn gebildet werden kann.

Insgesamt stellt die Rückkehr einiger Säuger ins Meer eine bemerkenswerte Entwicklung dar, wobei die Anpassung der Wale wohl am umfassendsten ist.