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Kegelrobbe (Halichoerus grypus)

Die Kegelrobbe hat ihren Namen nicht durch ihren spitz zulaufenden Kopf bekommen, wie viele denken und was zweifellos auch passend wäre, sondern durch die kegelförmigen Zähne, mit denen die Raubtiere ihre Beute erlegen.

Kennzeichen: Die Kegelrobbe ist durch ihre massigere Gestalt vom nahverwandten Seehund zu unterscheiden, der zweiten Robbenart, die in deutschen Gewässern der Ostsee zu finden ist. Zudem gibt es bei den Kegelrobben einen deutlich ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, was in der Familie der Hundsrobben untypisch ist. Mit einer Größe von bis zu 230 cm und einem Gewicht von bis zu 220 kg bei männlichen und 180 cm und 150 kg bei weiblichen Tieren stellen die Kegelrobben die größten Raubtiere in Deutschland dar. Während die Männchen ein dunkelgraues Fell mit hellen Flecken tragen, sind die Weibchen silbergrau mit dunklen Flecken.

Fortpflanzung: Nach 11,5-monatiger Tragezeit werden in der Ostsee im Februar und März die Jungtiere mit ihrem charakteristischen weißen Embryonalfell geboren, welches sie im Alter von ca. fünf Wochen verlieren.

Vorkommen: Die Kegelrobbe kommt durch eine Ausrottungskampagne Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts heute nur noch in der nördlichen und östlichen Ostsee vor. Dort bildet die Population, die 2005 auf rund 22.000 Tiere geschätzt wurde, eine eigene Unterart: Halichoerus grypus balticus. Mittlerweile finden sich gelegentlich Gäste an Stränden in Mecklenburg-Vorpommern und Polen, ein eigener Bestand hat sich in Deutschland aber nicht wieder angesiedelt und wird von den Fischern auch nicht gewünscht. An der deutschen Nordseeküste sowie auf Helgoland sind die Tiere dagegen häufiger zu finden. Grund für die starke Bejagung war die Konkurrenz mit Fischern um Lachs, Dorsch, Hering, Makrele und Scholle, denn jede ausgewachsene Kegelrobbe benötigt täglich rund 10 kg Fisch. Um diese zu erbeuten, tauchen die Säugetiere in ca. 20-minütigen Tauchgängen bis zu 140 m tief.