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Seehund (Phoca vitulina)

Kennzeichen: In Nord- und Ostsee lebt als eine von fünf Unterarten der Europäische Seehund (Phoca vitulina vitulina), die wohl bekannteste Robbenart in unserer Gegend. Der Seehund ist mit 170 cm Länge und 150 kg Gewicht (Männchen) bzw. 140 cm und 100 kg (Weibchen) kleiner und schlanker als die verwandte Kegelrobbe und trägt ein dunkelgraues Fell mit schwarzen Flecken.

Vorkommen: Wie die Kegelrobbe wurde auch der Seehund in der Ostsee durch eine Ausrottungskampagne bis Ende der 1930er Jahre fast völlig ausgelöscht. Da die Fischer sich durch die Konkurrenz mit den Robben um die Fischbeute bedroht sahen, wurden die Tiere zu Tausenden erschlagen, erschossen und vergiftet. Heute gibt es in der gesamten Ostsee deshalb nur noch rund 250–400 Tiere, die hauptsächlich an den Küsten der dänischen Inseln sowie des südlichen Schwedens leben. Nur selten verirrt sich eine Robbe in die deutschen Gewässer der Ostsee und besucht Kiel oder lässt sich in den Nord-Ostsee-Kanal einschleusen.

Fortpflanzung: Nach 11-monatiger Tragezeit wird im Juni/Juli ein Jungtier geboren – ohne das für Kegelrobbenbabys charakteristische weiße Embryonalfell – und für fünf Wochen gesäugt. Danach gehen die Jungtiere ihrer eigenen Wege. Oft werden auch verlassene Jungtiere, sogenannte Heuler, gefunden.

Ernährung und Verhalten: Plump an Land ist der Seehund ein geschickter Jäger im Wasser, der bis zu 35 km/h erreichen, bis zu 200 m tief und bis zu 30 min lang tauchen kann. Erwachsene Tiere fressen ausschließlich Fisch (Hering, Sardine, Dorsch, Lachs, Stint, Plattfische), während Jungtiere sich hauptsächlich von anderen Meerestieren wie Krebsen und Weichtieren ernähren.

Bedrohungen: Heute wird der Seehund hauptsächlich durch Umweltgifte und die Vermüllung der Meere bedroht, die das Immunsystem belasten und die Fortpflanzungsfähigkeit verringern. Zusätzlich machen Überfischung und Krankheiten den Tieren das Leben schwer. Neben dem Lungenwurm, einem parasitischen Fadenwurm, der die Lunge befällt und durch Sekundärerkrankungen vor allem bei Jungtieren zum Tod führen kann, werden die Seehundbestände immer wieder durch die Staupe dezimiert.

Die Jagd auf Seehunde ist in Deutschland und Dänemark verboten.