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Schweinswal (Phocoena phocoena)

Vorkommen: Der Gewöhnliche Schweinswal kommt an allen Küsten des Nordatlantiks und auch in der Nord- und Ostsee vor und ist dort die am häufigsten anzutreffende Walart. In den deutschen Gewässern ist er sogar der einzig regelmäßig vorkommende Wal.

In der Ostsee leben zwei genetisch getrennte Populationen des Schweinwals, die in der östlichen bzw. westlichen Ostsee angesiedelt sind. So werden die zu den Zahnwalen gehörenden Schweinswale in der Ostsee nur etwa 1,50 m lang (die Weibchen sind etwas größer als die Männchen) und sind damit kleiner als die Tiere der Nordsee (1,85 m).

Ernährung und Verhalten: Schweinswale ernähren sich hauptsächlich von Fischen wie Grundeln und Dorsch, die aber meist nicht größer als 25 cm sind, da sie sonst nicht mehr verschluckt werden können. Beim Schwimmen erreicht der Schweinswal eine maximale Geschwindigkeit von 22 km/h, meist ist er aber bedeutend langsamer unterwegs, wobei er zwei bis viermal pro Minute an der Oberfläche Luft holen muss. Seine Tauchgänge dauern nur ca. 6 min, wobei Tiefen bis zu 90 m erreicht werden. Zur Orientierung und Futtersuche nutzen Schweinswale die Echoortung; die Kommunikation erfolgt über Klicklaute.

Fortpflanzung: Im Alter von drei bis vier Jahren werden die Weibchen geschlechtsreif (die Männchen etwas früher). Nach 10- bis 11-monatiger Tragzeit werden zwischen Mai und Juni die Jungtiere geboren. Schweinswale können bis zu 20 Jahre alt werden, erreichen aber heute meist nur ein Alter von acht bis neun Jahren.

Bedrohungen: Der Schweinswal hat mit zahlreichen Problemen zu kämpfen: Schadstoffe verringern Immunabwehr und Fruchtbarkeit, durch die Überfischung ist auch die Nahrungsgrundlage der Schweinswale betroffen, und der zunehmende Lärm in unseren Meeren (durch Schiffsverkehr, Baumaßnahmen, Militär etc.) beeinträchtigt die Kommunikations- und Ortungsfähigkeit der Tiere und kann durchaus zum Tode führen. Zusätzlich ertrinken jährlich hunderte Tiere in den Stellnetzen der Fischer, welche die Tiere zu spät bemerken und in denen sie sich verfangen. Dies hat zu einem dramatischen Einbruch der Bestände in der Ostsee geführt. Während in der westlichen Ostsee nach Bestandseinbrüchen von 60 % derzeit noch 11.000 Tiere geschätzt werden, steht die östliche Population kurz vor dem Aussterben: Dort leben nur noch 250 bis 400 Tiere.