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Seepocke (Balanus spp.)

Kennzeichen: Der 1 bis 2 cm große Kalkpanzer unserer heimischen Seepocken besteht aus sechs kleinen, weißlichen Kalkplättchen in Form einer konischen Mauer. Innerhalb der oben liegenden Öffnung befinden sich zwei Paar Verschlussklappen, mit deren Hilfe die Seepocken sich vor Austrocknung schützen können. Mit verschlossenen Deckeln können sie tagelang ausharren und auch größere Schwankungen des Wasserstands, des Salzgehalts und der Temperatur gut ertragen. Auf der Unterseite haftet eine Kalkplatte fest auf dem Untergrund. Dieser natürliche Klebstoff ermöglicht es den Seepocken, den extremen Bedingungen von Brandung und Gezeiten standzuhalten. Die vielgliedrigen, seitlich mit Borsten besetzten sechs Brustbeinpaare fungieren als Fangkörbe, mit denen sie das Wasser nach Plankton und anderen Schwebstoffen durchkämmen. Sie selbst dienen Krebsen, Seesternen und Seevögeln als Beute.

Fortpflanzung: Seepocken sind Zwitter, die sich gegenseitig befruchten. Der Partner muss sich aufgrund der Ortsgebundenheit des erwachsenen Tieres in unmittelbarer Nähe befinden. Zur Fortpflanzung tasten sie mit dem Penis, der relativ zur Körpergröße zu den längsten im Tierreich gehört, den Platz um sich herum ab und suchen nach anderen Seepocken. Die Larven werden im Frühjahr ins freie Wasser entlassen.

Vorkommen: Seepocken leben weltweit hauptsächlich in der Gezeitenzone. In der Fehmarnbelt-Region kommen vorrangig zwei Arten vor, die Brackwasser-Seepocke Balanus improvisus und die Gekerbte Seepocke B. crenatus. In der restlichen Ostsee leben noch zwei weitere Arten. Sie unterscheiden sich unter anderem durch die Form ihrer Kalkplatten.