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Felsengarnele (Palaemon spp.)

Kennzeichen: In der westlichen Ostsee sind zwei Arten dieser Garnelen vertreten: die Ostseegarnele Palaemon adspersus und die Kleine Felsengarnele P. elegans. Die Ostseegarnele, bis zu 70 mm lang, ist durchscheinend und nur blass gesprenkelt, während bei der Kleinen Felsengarnele (bis zu 60 mm lang) deutliche senkrechte, dunkelbraune Streifen und helle Punkte am gesamten Körper sowie blaue Streifen und gelbe Gelenke an den Beinen erkennbar sind. Diese Muster lösen die Körperform optisch auf und tragen so zur Tarnung bei. Der Stirnfortsatz zwischen den gestielten Komplexaugen ist relativ lang und grob bezahnt; Spezialisten unterscheiden die beiden Arten unter anderem anhand der Anzahl und Stellung der Zähne auf diesem Fortsatz. Die zwei vorderen Laufbeinpaare enden in kleinen Scheren. Der lange Hinterleib mit den Schwimmfüßen und dem Schwanzfächer ist leicht geknickt. Die Antennen sind lang. Männchen sind gewöhnlich kleiner als Weibchen.

Vorkommen: Unsere Felsengarnelen sind im Ostatlantik und seinen Nebenmeeren beheimatet, inklusive in der Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Sie leben in seichten Küstengewässern, wo sie im Sommer zwischen Seegras (hauptsächlich die Ostseegarnele), Blasentang (vorrangig die Kleine Felsengarnele) und anderen Pflanzenbeständen, im Winter in tieferem Wasser anzutreffen sind.

Ernährung: Beide Arten sind Allesfresser. Die Nahrungszusammensetzung kann je nach Habitat und Jahreszeit verschieden sein: Im Sommer ernähren sich die Garnelen hauptsächlich von filamentösen Algen, im Herbst sind es vorwiegend kleinere Krebstiere. Unsere Felsengarnelen werden von Fischen wie Dorschen gejagt; sie vermeiden ihre Räuber dadurch, dass sie nachtaktiv sind. Besonders die Ostseegarnele ist von wirtschaftlicher Bedeutung für die Fischerei in der Nord- und Ostsee.

Fortpflanzung: Von Ende Mai bis August pflanzen sich die Felsengarnelen in unseren Breiten fort. Die Weibchen tragen die befruchteten Eier in einer Brutkammer unter dem Körper bis zu sechs Wochen lang mit sich, bevor die Larven schlüpfen und als Teil des Planktons einige Häutungen und morphologischen Veränderungen durchlaufen. Die Tiere können mehrere Jahre alt werden.