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Wellhornschnecke (Buccinum undatum)

Der Strandwanderer kennt meist die leeren Gehäuse toter Wellhornschnecken und die leeren Eiballen, die sich am Strand im Spülsaum finden lassen. Aber auch nach dem Tod der Schnecke können die Gehäuse eine Aufgabe erfüllen: als Wohnstätte für Einsiedlerkrebse, die darin ihren weichen Hinterleib schützen.

Kennzeichen: Das kegelförmige, festschalige Gehäuse der Wellhornschnecke, das deutlich gewölbte Umgänge aufweist, ist in Abhängigkeit vom Lebensraum der Schnecke in Form und Größe sehr variabel. Es kann bis zu 12 cm hoch sein, ist aber in der Fehmarnbelt-Region aufgrund ihres geringen Salzgehalts viel kleiner und dünnschaliger. Die Naht zwischen den Umgängen ist eingeschnitten, die zentrale Spindel ist glatt. Die Oberfläche des weißlich-gelb-grauen Gehäuses zeigt Rillen parallel zur Spirale und starke Wellen quer zur Spirale, woher der Artname abgeleitet wurde. Die lebende Schnecke hat einen weißlichen, schwarzgetüpfelten Körper, der am Hinterende des Fußes einen Deckel trägt. Der als Atemrohr dienende lange Sipho ragt nach vorn aus dem Gehäuse heraus. Die Augen befinden sich an der Basis der beiden Fühler.

Ernährung: Wellhornschnecken ernähren sich überwiegend von Aas und erfüllen damit eine wichtige Rolle bei der Beseitigung toter Lebewesen im Meer. Sie können aber auch Beutetiere wie Muscheln überwältigen, wobei sie ihren Fressrüssel ausstülpen und dann mit ihrer Raspelzunge Fleischstücke abreißen. Bei der Nahrungssuche können Wellhornschnecken etwa 14 cm in der Minute zurücklegen. Sie selbst sind in Deutschland selten, aber in England seit jeher gegessen worden.

Fortpflanzung: Wellhornschnecken sind getrenntgeschlechtlich. Die Eiablage erfolgt in der Ostsee zwischen April und Juli in derben Eikapseln, die sie in bis zu faustgroßen Ballen auf festem Untergrund anheften. Ein Weibchen kann bis zu 2000 Kapseln produzieren, die jeweils bis zu 1000 Eier enthalten, von denen wiederum nur etwa 10 befruchtet sind. Die restlichen Eier dienen den sich entwickelnden Embryonen (eine planktonische Larvenstadium gibt es nicht) als Nahrung, bis diese mit ca. 2 mm Länge die Kapseln verlassen

Vorkommen: Die Wellhornschnecke ist an den Küsten des Nordatlantiks beheimatet und dringt auch in die westliche Ostsee bis zu einem Salzgehalt von etwa 15 PSU vor.