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Drummonds Fadenschnecke (Facelina bostoniensis)

Nicht nur in den Tropen sind die „Schmetterlinge der Meere“ beheimatet. Auch in unseren gemäßigten Breitengraden kommen Nacktschnecken-Arten vor, die der Schönheit ihrer tropischen Verwandten in nichts nachstehen. Eine der in der Fehmarnbelt-Region häufigeren Meeresnacktschnecken-Arten ist die Drummonds Fadenschnecke.

Kennzeichen: Die Drummonds Fadenschnecke gehört zu den Hinterkiemerschnecken und zeichnet sich als Meeresnacktschnecke dadurch aus, dass sie kein Gehäuse und keinen Mantel besitzt. Die Kiemen dieser Schneckengruppe liegen frei und nicht in einer Mantelhöhle wie bei den Gehäuseschnecken. Der transparente, milchig-weiße Körper der in der Ostsee etwa 3 cm langen Schnecke trägt auf dem Rücken viele fadenförmige Anhänge. Diese sind nach hinten ausgerichtet und jeweils paarweise in mehreren Gruppen an den Flanken angeordnet. In diese Anhänge ragen die braunen Fortsätze der Mitteldarmdrüse, die Spitzen der Anhänge bleiben jedoch weiß. Die beiden Vorderfühler sind ungefähr halb so lang wie die Schnecken, die Hinterfühler (Rhinophoren) sind grob geringelt—Merkmale, die bei der Bestimmung der Fadenschnecke helfen.

Ernährung: Fadenschnecken sind Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich hauptsächlich von Nesseltieren, die Drummonds Fadenschnecke hier speziell von dem röhrenbewohnenden Hydropolypen Tubularia indivisa. Sie greift dabei das tentakelbesetzte Vorderende des Einzelpolypen an und reißt mit ihren Zähnchen ein Stück heraus. Die Nacktschnecke ernährt sich aber auch von Polypenstöcken sowie Artgenossen. Beim Fressen der Nesseltiere werden die Nesselkapseln der Beutetiere nicht verdaut, sondern in spezielle Taschen in den Spitzen der fadenförmige Anhänge eingelagert. Dort werden sie zur Abwehr von Fressfeinden wiederverwertet.

Fortpflanzung: Alle Fadenschnecken sind Zwitter, brauchen aber einen Geschlechtspartner zum Austausch von Eiern und Spermien. Bis zu 20.000 befruchtete Eier werden in einem spiralig gewundenen Schleimfaden an Algen, Seegras oder Polypen gewickelt. Daraus schlüpfen planktonische Larven, die später zum Bodenleben übergehen.

Vorkommen: Die Drummonds Fadenschnecke lebt meist auf harten Untergründen, in Algenwäldern oder Seegraswiesen. Sie ist in den Küstengewässern des Nordatlantiks verbreitet und kommt auch in der westlichen Ostsee vor.