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Strandschnecke (Littorina spp.)

Besonders zahlreich am Spülsaum der Ostsee ist die Gemeine Strandschnecke Littorina littorea vertreten. Die Raue Strandschnecke L. saxatilis und die Stumpfe Strandschnecke L. obtusata kommen in der Fehmarnbelt-Region jedoch ebenfalls vor.

Kennzeichen: Strandschnecken haben eine dickwandige Schale. Die Gemeine Strandschnecke zeichnet sich durch ein bis zu 25 mm großes kegelförmiges Gehäuse mit 5–7 flachen Umgängen und einer eirunden Mündung aus. Die Schalenoberfläche ist gelblich-graubraun und hat Spiralstreifen sowie dunkler gefärbte Spiralbänder. Die Raue Strandschnecke sieht ähnlich aus, ihr Gehäuse ist jedoch rundlicher kegelförmig, die Umgänge deutlicher gewölbt und nur bis 9 mm hoch. Die Schale der bis zu 10 mm großen Stumpfen Strandschnecke dagegen ist kugelförmig und etwas breiter als hoch, ihr Gewinde ist kaum erhoben, der letzte Umgang ist stark vergrößert. Sie ist gelblich bis rotbräunlich gefärbt und hat braune Bänder oder Zickzackstreifen. Alle drei Arten haben einen Gehäusedeckel auf dem Hinterende des Fußes, der das Tier bei Trockenheit oder Gefahr schützt. Die Tiere selbst sich gelblich-grau mit enger Zeichnung aus feinen, schwarzen Streifen. Die Fühler, an deren Basis auch die Augen liegen, zeigen nach unten.

Ernährung: Strandschnecken sind Weidegänger und nutzen zum Abraspeln von Algenbewuchs ihre Raspelzunge. Sie fressen manchmal auch Schwebeteilchen und Seepocken. Da die Schnecken lokal häufig vorkommen können, sind von vielen Strandschnecken besiedelte Areale oft frei von Algen und heben sich sichtbar von der Umgebung ab. Die Schnecken bilden durch ihre Kotballen Sediment. Um zu ihrem angestammten Ruheplatz zu gelangen, kriechen sie oft auf U-förmiger Bahn.

Fortpflanzung: Strandschnecken sind getrenntgeschlechtig. Die Gewöhnliche Strandschnecke entlässt in der mittleren Jahreshälfte bis zu 200 scheibenförmige Laichballen mit je 2–3 Eiern ins freie Wasser, aus denen planktonische Larven schlüpfen. Diese gehen nach drei Wochen zum Bodenleben über, wo die Art 10 Jahre alt werden kann. Die Stumpfe Strandschnecke heftet ihre Eiballen von Mai bis Juni auf Blasentang fest. Die Raue Strandschnecke hingegen bekommt lebende Junge: In der Mantelhöhle des Weibchen schlüpfen aus befruchteten Eiern bereits fertig entwickelte Jungtiere.

Vorkommen: Die drei Strandschnecken-Arten sind in den flachen Küstengewässern des Nordatlantiks verbreitet und kommen in der Ostsee bis Bornholm vor. Sie leben meist in der Nähe der Wasserlinie bis in die Spritzzone oberhalb des Meeresspiegels, besiedeln dort Steine, Holz und Muschelbänke, aber auch Seegras. Im Winter ziehen sie sich in tiefere Wasserschichten zurück und graben sich dort in den Schlamm ein.