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Gemeine Spindelschnecke (Neptunea antiqua)

Die größte in deutschen Meeresgebieten vorkommende Schnecke ist die Gemeine Spindelschnecke, auch Neptunshorn genannt. Sie kann in der Nordsee ein bis zu 20 cm großes Gehäuse erreichen. Wie alle anderen Schalenträger im Meer bleiben die Schnecken im weniger salzreichen Brackwasser der Ostsee kleiner (bis zu 10 cm) und dünnschaliger als in der Nordsee und im Atlantik.

Kennzeichen: Das Gehäuse dieser Meeresschnecke ist hellbeige oder bräunlich gefärbt und hat eine weißliche bis orangerote Mündung. Seine 7-9 Windungen sind stark gewölbt und tief eingeschnürt. Der Tierkörper ist gelblich-weiß, nur die Atemröhre hat am Ende dunkle Flecken. Die Augen befinden sich seitlich an der Basis der kurzen spitzen Fühler.

Ernährung: Die Spindelschnecke ernährt sich als Aasfresser hauptsächlich von toten Fischen und wühlt sich bei der Nahrungssuche auch durch den Meeresboden. Sie frisst aber auch Muscheln und Ringelwürmer und beißt mit ihrer Raspelzunge Stückchen aus ihrer Beute.

Fortpflanzung: Nach der Paarung, für die die Männchen einen langen, gebogenen Penis benutzen, legt das Weibchen im Frühjahr einen turmförmigen Strang aus Eikapseln, die jeweils 15-20 mm groß sind, und befestigt diesen auf hartem Untergrund. Wie auch bei den Eiballen der Wellhornschnecke entwickeln sich in den Eikapseln der Spindelschnecke nur wenige Jungtiere; die anderen Eier dienen als Nähreier. Nach sechs Monaten schlüpfen die dann etwa 1 cm langen Jungschnecken. Die Tiere können bis zu 17 Jahre alt werden, wenn sie nicht von verschiedenen Meerestieren gefressen oder durch den Fischfang mit Grundschleppnetzen bedroht werden.

Vorkommen: Die Gemeine Spindelschnecke ist im Nordostatlantik einschließlich der Nordsee und bis in den Fehmarnbelt hinein verbreitet. Sie lebt in Tiefen zwischen 15 und 1200 m. In der Fehmarnbelt-Region wurde sie aber auch ab 7 m auf schlickigen und sandigen Böden gefunden.