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Kopfschildschnecke (Retusa spp.)

In der Fehmarnbelt-Region sind zwei Vertreter der Kopfschildschnecken anzufinden, die Gewölbte Kopfschildschnecke Retusa obtusa sowie die Abgestutzte Kopfschildschnecke R. truncatula. Sie gehören den Hinterkiemerschnecken an, unterscheiden sich aber von den meisten Hinterkiemerschnecken-Arten (den Meeresnacktschnecken) durch den Besitz eines äußeren Gehäuses und eines Kopfschilds. Der Kopfschild trägt hinten an den Seiten ein Paar abgerundeter Fühler, die oft das Vorderende der Schale verdecken. Die Schnecken haben keine Raspelzunge, sondern einen Kaumagen mit Kauplatten.

Kennzeichen: Die weiße Schale der Kopfschildschnecken ist walzenförmig aufgerollt, die Mündung sehr schmal und hoch. Das Gehäuse von R. obtusa ist bis 7 mm hoch und hat feine Streifen, das von R. truncatula ist nur 4–5 mm hoch und eher glatt.

Ernährung: Die Schnecken ernähren sich von abgestorbenem Tier– und Pflanzenmaterial und Kieselalgen-reichem Schlamm.

Fortpflanzung: Die beiden Kopfschildschnecken-Arten können etwa ein Jahr alt werden. Sie sind zuerst Männchen und dann Weibchen. Die Begattung findet im Herbst statt, die Befruchtung der Eier ist jedoch zeitlich versetzt und erfolgt erst später. Die Eier werden bis zum Frühling abgelegt. Die Gelege der Schnecken werden nach der Ablage ohne weitere Brutpflege sich selbst überlassen. Die Zahl der abgesonderten Eizellen ist sehr unterschiedlich: R. obtusa deponiert etwa 50 Eier in bis zu vier, R. truncatula etwa 700 Eier in einem Bodengelege. Bei R. obtusa schlüpfen nach vier Wochen voll entwickelte Jungschnecken aus den Eiern, bei R. truncatula nach einigen Tagen freischwimmende Larven, die erst später zum Bodenleben übergehen.

Vorkommen: Die beiden Kopfschildschnecken-Arten sind im Mittelmeer, im Atlantik, im Ärmelkanal, in der Nordsee und der westlichen Ostsee verbreitet. Dort leben sie vor allem in Sand- und Schlickböden, in denen sie sich dicht unter der Oberfläche durch das Sediment graben.