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Gemeine Kahnschnecke (Theodoxus fluviatilis)

Die Gemeine Kahnschnecke ist eine Süßwasserart, die im Mittel- und Unterlauf der Flüsse sowie in Seen in oft großer Zahl anzutreffen ist. Sie dringt jedoch auch ins Brackwasser bis zu einem Salzgehalt von 15–17 PSU vor. Aufgrund der Probleme, die das Leben im Brackwasser für die Osmoregulation der Tiere bedeutet, erreicht die Art in der Ostsee nur 70 % der Größe der Süßwasserform, ist dünnschaliger und hat eine geringere Fortpflanzungsrate. Auch die Ökologie ist eine andere, da die Brackwasser-Form nicht an Steinen, sondern an Blasentang und Seegras lebt und dort auch ihre Eikapseln ablegt.

Kennzeichen: Kahnschnecken sind urtümliche Schnecken mit einem gedrungenen, dickwandigen Gehäuse und einem kalkigen Deckel, der einen Fortsatz aufweist. Das halbeifömige Gehäuse ist in der Ostsee bis zu 5 mm hoch und 7 mm breit und hat nur wenige Umgänge. Die Zeichnung und Färbung des dicht und regelmäßig gestreiften Gehäuses ist sehr variabel, in der Ostsee ist die Schale meist dunkel. Der Körper der Tiere ragt beim Kriechen kaum hervor. Der Kopf hat einen breiten eingeschnittenen Schnauzenteil. Die feinen Fühler sind lang und spitz und tragen seitlich an deren Basis die Augen.

Ernährung: Die Schnecke weidet den Aufwuchs von Steinen, Felsen, sandigen und schlammigen Böden ab, auf denen sie lebt.

Fortpflanzung: Die getrenntgeschlechtige Art laicht das ganze Jahr über mit Ausnahme der Eisperiode und legt ihre Eikapseln auf Steinen, Blasentang oder anderen Schnecken ab.

Vorkommen: Die Süßwasserform der Gemeinen Kahnschnecke ist in den Tieflandsgebieten von Nord-, Mittel- und Osteuropa verbreitet. Auf der Roten Liste wird sie aufgrund von Gewässerregulierungen und Gewässerverschmutzungen als stark gefährdet eingestuft. Die Brackwasserform kommt in den Flussmündungen der Nordsee und westlichen Ostsee sowie im Schwarzen Meer vor.