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Astarte-Muschel (Astarte spp.)

Astarte-Muscheln leben in kalten bis gemäßigt-warmen Meeren und sind typische Vertreter arktischer Regionen. Die Arten sind oft nur schwer zu unterscheiden, da sie alle bräunlich oder schwarz und sehr dickschalig sind und meist konzentrische Anwachsstreifen oder Rippen haben. In der Fehmarnbelt-Region sind drei Arten der Gattung beheimatet: Astarte borealis, A. elliptica und A. montagui. Diese lassen sich bei genauer Betrachtung anhand ihrer unterschiedlichen Schlosszähne, der Größe und Form sowie anderer Merkmale unterscheiden. Die schweren Schalen werden nicht an unsere Strände gespült.

Kennzeichen: Astarte-Muscheln haben ein sehr dickschaliges, flaches, beim lebenden Tier von einer dunklen organischen Schicht umgebendes Gehäuse mit konzentrischen Ringen. Je nach Art ist es zwischen 6 und 30 mm lang. Die Schalenform reicht von rund-dreieckig (A. borealis und A. montagui) bis oval (A. elliptica). Das Innere der Muschelschale ist weißlich perlmuttfarben und weist deutliche Abdrücke der beiden Schließmuskel auf. Dazwischen verläuft parallel zum Unterrand der Schale die Mantellinie, die keine Einbuchtung hat.

Fortpflanzung: Die etwas größeren Weibchen der getrenntgeschlechtigen Astarte-Muscheln strudeln die im Februar von den Männchen entlassenen Samenzellen ein und befruchten daraufhin ihre Eier. Die im Vergleich zu anderen Muschelarten sehr großen Eier von rund 0,2 mm Durchmesser bleiben in der Nähe des Muttertieres haften. Sie entwickeln sich im Gegensatz zu anderen Arten nicht zu freischwimmenden Larven, die neue, weiter entfernte Lebensräume erschließen, sondern wandeln sich gleich zu Jungmuscheln um, die ortstreue Populationen bilden. Astarte-Muscheln erreichen ein Alter von mindestens 8–10 Jahren.

Vorkommen: Astarte-Muscheln leben in kühleren Meeren mit einer Temperatur bis 16 °C. Sie kommen beiderseits des nördlichen Atlantiks und Pazifiks vor und finden in der westlichen Ostsee bis zur Mecklenburger Bucht ihre südlichste Verbreitungsgrenze. Sie besiedeln Schlick-, Sand- und Kiesböden und leben dicht unter der Oberfläche des Meeresbodens, wo sie mit ihren kurzen Siphonen organisches Material einstrudeln. Sie tolerieren geringen Sauerstoff- und hohen Schwefelwasserstoffgehalt im Wasser.