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Island-Muschel (Arctica islandica)

Die Island-Muschel ist der einzige noch lebende Vertreter einer früher artenreichen Muschelfamilie. Sie zeichnet sich durch eine sehr langsame Entwicklung und das Erreichen eines sehr hohen Alters aus: In Nordamerika wurden fast 250-jährige Exemplare nachgewiesen!

Kennzeichen: Die Island-Muschel hat durch ihr kugelig-gewölbtes, sehr dickschaliges Gehäuse ein unverwechselbares Äußeres. Die Außenhaut der Schale ist beim erwachsenen Tier schwarz, bei Jungtieren glänzend orange-braun; sie ist immer konzentrisch gestreift. Die beiden Schalenklappen haben einen fast kreisförmigen Umriss und können bis 12,5 cm groß werden. In der Ostsee erreichen sie aufgrund des geringeren Salzgehalts eine Größe von nur ca. 8 cm. Das Schlossband der Muschel befindet sich außen und ist sehr kräftig. Der Wirbel liegt vor der Mitte und zeigt nach vorne. Die Innenseiten der weißen Schalen zeigen deutliche Abdrücke der beiden Schließmuskel und eine parallel zum Unterrand verlaufene Mantellinie. Eine Mantelbucht ist durch das Fehlen von kräftigen Siphonen nicht vorhanden. Der Tierkörper ist rötlich-gelb gefärbt, der ausstreckbare, muskulöse Grabfuß ist am Tier abgeknickt.

Fortpflanzung: Island-Muscheln pflanzen sich über freischwimmende Larven fort, die sich aus den ins Wasser abgegebenen Eiern und Spermien der Weibchen bzw. Männchen entwickeln. Je nach Wassertemperatur verbleiben diese Larven 32–55 Tage im offenen Meer, bevor sie als Jungmuscheln mit dem Bodenleben beginnen. Die Tiere der Nord- und Ostsee werden mit 10–15 Jahren geschlechtsreif, die des Nordatlantiks erst mit 25–30 Jahren. Auch werden die Island-Muscheln im Brackwasser nicht so alt wie ihre Angehörigen im Atlantik. Sie sind stark durch die Grundschleppnetzfischerei bedroht, die direkte Schäden an den Tieren und am Lebensraum verübt.

Vorkommen: Die Art kommt beiderseits des Nordatlantiks, jedoch nicht, wie der Name andeutet, in der Arktis vor. In der westlichen Ostsee ist sie bis zum Arkona-Becken verbreitet. Sie lebt eingegraben im Sand oder Schlick; der hintere Teil des Tieres mit der Ein- und Ausströmöffnung bleibt dabei zum Filtrieren im Wasser.