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Baltische Plattmuschel (Macoma balthica)

Die Baltische Plattmuschel oder Rote Bohne, wie sie wegen ihrer Farbe und Größe auch genannt wird, ist eine der vier häufigsten Muschelarten, die an der Ostsee an den Strand gespült werden.

Kennzeichen: Die in der Ostsee bis zu 23 mm großen, zerbrechlich wirkenden Schalen der Baltischen Plattmuschel sind meist rosa gefärbt und haben oft mehrfarbige konzentrische Wachstumsstreifen. Das Gehäuse der lebenden Muschel ist von einer farblos glänzenden organischen Haut überzogen und relativ glatt. Der Umriss der Muschel ist rundlich-dreieckig: Am Vorderende ist die Muschel etwas zugespitzt, am Hinterende eher abgerundet. Die Innenseiten der Schalenklappen sind oft einfarbig rosa oder gelb gefärbt. Neben den beiden Schließmuskelabdrücken ist deutlich eine Mantelbucht zu erkennen, deren Form als gutes Unterscheidungsmerkmal zur ebenfalls heimischen, etwas größeren und elliptischeren, aber tiefer lebenden Kalk-Plattmuschel M. calcarea genutzt werden kann. Der von der Ausströmöffnung getrennte Einströmsipho kann bis zur fünffachen Gehäuselänge, der Ausströmsipho bis zur doppelten Länge ausgestreckt werden. So kann sich die Muschel als Schutz vor Fressfeinden tief in den Weichboden eingraben.

Ernährung: Die Muschel ernährt sich hauptsächlich von eingestrudelten organischen Schwebeteilchen, nutzt aber auch ihren langen Einströmsipho, um damit am Meeresboden feinsten pflanzlichen Aufwuchs abzupipettieren. Dieser Sipho wird häufig von Fischen abgebissen und dadurch mit der Zeit immer kürzer; er regeneriert sich aber. Die Muschel-Art selbst wird von Krebsen, Fischen und vor allem Seevögeln gefressen.

Fortpflanzung: Baltische Plattmuscheln entwickeln freischwimmende Larven, die bei einer Größe von 0,5 mm zum Bodenleben übergehen. Bei einer Größe von 8–10 mm und einem Alter von 1 Jahr werden sie geschlechtsreif. Die Tiere können je nach Umgebungstemperatur zwischen 8 und 25 Jahre alt werden.

Vorkommen: Die Baltische Plattmuschel ist in den Küstengebieten des Nordatlantiks und -pazifiks beheimatet. Sie kommt aufgrund ihrer hohen Salzgehaltstoleranz in der gesamten Ostsee vor und besiedelt hier Tiefen bis zu 200 m. Ihre höchste Besiedlungsdichte erreicht die Art in 6–10 m tiefem Wasser, wo 500 Individuen pro Quadratmeter leben können. Die Tiere graben sich bis zu 6 cm tief in den Sandboden ein. Sie ist besonders durch Faulschlammbildung aufgrund der Überdüngung der Ostsee bedroht.