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Atlantischer Hering (Clupea harengus)

Kennzeichen: Die in der Ostsee vorkommende Unterart des Atlantischen Herings wird als Ostsee-Hering oder Strömling (Clupea harengus membras) bezeichnet und unterscheidet sich von seinem ozeanischen Verwandten hauptsächlich durch die Größe. Während der Atlantische Hering bis zu 45 cm groß werden kann, erreicht der blau-gräuliche, schlanke Fisch mit den silbrigen Seiten und dem silbrigen Bauch nur bis zu 30 cm Länge, bei einem maximalen Alter von 25 Jahren. Charakteristisch sind sein leicht oberständiges Maul sowie eine tief gegabelte Schwanzflosse. Von der nah verwandten Sprotte ist er im Wasser durch Laien kaum zu unterscheiden.

Ernährung und Verhalten: Der Ostsee-Hering ist ein Schwarmfisch und ernährt sich von tierischem Plankton, das er mit seinem Kiemenfilter fängt. Er wandert dem Plankton nach und hält sich deshalb tagsüber in tieferen, nachts dagegen in oberflächennahen Schichten auf. Mit seinem Schwarm kann der Ostsee-Hering durch Geräusche kommunizieren, die durch das Ausstoßen von Gas aus einer Schwimmblasen-Pore erzeugt werden. Je größer der Schwarm, umso intensiver die Geräuschproduktion, vor allem in der Nacht.

Fortpflanzung: Ostsee-Heringe nutzen zur Fortpflanzung meist traditionelle Laichgründe. Während der verwandte Atlantische Hering gewöhnlich Kies- oder Steinböden in größeren Tiefen für die Eiablage bevorzugt, legen sie ihre Eier im flachen, bis zu 10 m tiefen Wasser in Algenwäldern ab. Die klebrigen Eier sinken zu Boden und haften am Untergrund fest, bis die Larven schlüpfen. Ein einzelnes Weibchen legt dabei typischerweise 10.000–60.000 Eier ab.

Vorkommen: Der Atlantische Hering ist im Nordostatlantik verbreitet und besiedelt als Ostsee-Hering die gesamte Ostsee. Er benötigt jedoch einen Salzgehalt von mindestens 6 PSU. Laichplätze, die regelmäßig aufgesucht werden, befinden sich in vielen Buchten und Förden.