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Sprotte (Sprattus sprattus)

Bekannt ist die Sprotte vor allem als geräucherte „Kieler Sprotte“, einer Köstlichkeit aus Eckernförde. Als eine Unterart der Sprotte hat sich die Ostsee-Sprotte (Sprattus sprattus sprattus) an den Lebensraum Brackwasser angepasst. Sie sieht dem Ostsee-Hering sehr ähnlich und kann von ihm nur von Kennern, beispielsweise durch die Lage der Rückenflosse, unterschieden werden.

Kennzeichen: Sprotten sind wie Heringe schlanke, spindelförmige Tiere. Sie haben einen bläulichen Rücken, silbrige Seiten und einen silberglänzenden Bauch. Sie werden jedoch nur maximal 16 cm groß und bis zu sechs Jahre alt.

Ernährung und Verhalten: Häufig sind gemischte Hering-Sprott-Schwärme anzutreffen. Beide Arten ernähren sich von Kleinstlebewesen im Wasser, dem Plankton, und halten sich deshalb tagsüber in großen Tiefen, nachts jedoch an der Oberfläche auf. Interessant ist die Sprotte vor allem in Hinblick auf die Bestandsentwicklung des wirtschaftlich wichtigen Dorsches. Die Sprotte ist gemeinsam mit dem Hering eine Hauptnahrungsquelle für Dorsch, während sich die Sprotte unter anderem auch von Dorscheiern ernährt. Diese besondere Räuber-Beute-Beziehung wird als Dorsch-Sprott-Schaukel bezeichnet. Nach diesem Prinzip versucht die Fischerei, den Dorschbestand durch eine verstärkte Sprottfischerei positiv zu beeinflussen. Doch auch wenn weniger Sprotten zwar einerseits mehr Dorscheier bedeuten, fehlt den Dorschen andererseits eine wichtige Nahrungsquelle, was immer wieder zu abgemagerten Dorschen führt.

Fortpflanzung: Sprotten legen ihre Eier – 6.000–14.000 Eier pro Weibchen – in 10–20 m Tiefe ab. Die Eier sinken jedoch nicht wie beim Hering zu Boden, sondern schweben frei im Wasser, bis nach sieben Tagen die Larven schlüpfen und durch Meeresströmungen weit abgetrieben werden. Sie halten sich vornehmlich im Küstenbereich auf.

Vorkommen: Die Sprotte ist im Ostatlantik von Norwegen bis Giraltar, in der gesamten Nord- und Ostsee sowie im nördlichen Mittelmeer und Schwarzen Meer beheimatet.