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Dorsch (Gadus morhua)

Kennzeichen: Der Dorsch, außerhalb des Ostsee-Raumes als Kabeljau bezeichnet, ist leicht an seinem unterständigen Maul, an der Kinnbartel, an der hellen Seitenlinie sowie an den drei Rückenflossen zu erkennen. Sein keulenförmiger Körper kann bis zu 150 cm lang und über 50 kg schwer werden. Obwohl die Farbe von grau über sandbraun, grünlich bis rötlich variieren kann, sind die Tiere meist dunkel gefärbt und haben am Rücken Flecken. Jungfische bis 10 cm Größe haben ein Schachbrettmuster.

Ernährung und Verhalten: Der Dorsch ist ein bodenlebender, räuberischer Schwarmfisch, der sich als Jungtier von Plankton und kleinen Krebstieren ernährt, später jedoch Heringe, Sandaale oder aber auch kannibalisch kleinere Exemplare der eigenen Art bevorzugt. Innerhalb seines Schwarms kann er über Laute kommunizieren, wobei er die Schwimmblase als Resonanzkörper nutzt.

Fortpflanzung: Der Dorsch ist einer der fruchtbarsten Fische der Erde und gibt, nach lebhaften Balzspielen, eine Vielzahl von Eiern frei ins Wasser ab. Je größer und älter das Weibchen, desto mehr Eier werden produziert; im Durchschnitt sind es eine Million Eier. Die Eier schweben in der Salzgehaltssprungschicht zwischen dem süßeren Oberflächen- und dem salzigeren Tiefenwasser. Fehlt das Tiefenwasser aus der Nordsee durch ausbleibende Salzwassereinbrüche, so sinken die Eier in sauerstoffarme oder sauerstofflose Bodenregionen, wo sie sterben, so dass es oft Jahre mit sehr geringem Dorsch-Nachwuchs gibt. In der Ostsee ist deshalb vor allem das tiefe Bornholm-Becken mit seinem hohen Salzgehalt als Laichgrund bedeutsam. Dorsche können bis zu 20 Jahre alt werden, wobei es Berichte über Längen bis 2 m und Gewichte von 96 kg gibt. Doch aufgrund des hohen Fischereidrucks gibt es heute kaum mehr wirklich große, alte Exemplare.

Vorkommen: Dorsche sind Generalisten, die sowohl mit einer Temperaturspanne von 0 bis 20 °C zurechtkommen als auch mit einem sehr niedrigen Salzgehalt, weshalb sie die Ostsee bis auf den Bottnischen Meerbusen besiedeln. Sie kommen an den Küsten des Nordatlantiks vor und halten sich als Erwachsene sowohl in Bodennähe als auch im Freiwasser auf. Jungtiere leben meist im sehr seichten Wasser.