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Herzmuschel (Cerastoderma spp.)

Begehrte Sammelobjekte der heimischen Strandwanderer sind die feingerippten, weißen Schalen der Herzmuschel. In der Ostsee leben zwei größere und vier kleinere der weltweit etwa 200 Herzmuschel-Arten. Sehr häufig sind die Brackwasser-Herzmuschel Cerastoderma glaucum sowie die bekanntere Essbare Herzmuschel C. edule anzutreffen, die hier behandelt werden, während die kleineren Arten der Gattung Parvicardium nur in größeren Tiefen und seltener vorkommen.

Kennzeichen: Die beiden Herzmuschel-Arten haben in der Ostsee ein bis zu 3 cm großes, dickschaliges, stark gewölbtes Gehäuse. In der Seitenansicht hat es eine Herzform. Die Oberfläche trägt etwa 25 strahlig angeordnete Rippen, deren Zwischenräume bei der Brackwasser-Herzmuschel ähnlich breit wie die Rippen und bei der Essbaren Herzmuschel deutlich schmaler als die Rippen sind. Manchmal sind noch feine Schuppen oder Linien zu erkennen. Bei lebenden Herzmuscheln ist die Oberfläche von einer gelblichen Außenhaut überzogen. Die beiden bis 1 cm kurzen Siphonen sind braungefleckt und tragen dünne Papillen, während der muskulöse Grabfuß bis auf Gehäuselänge ausgestreckt werden kann.

Ernährung: Herzmuscheln sind flach in den Weichboden eingegraben und strudeln über ihre Siphonen mit dem Atemwasser feinstes Plankton ein, wovon sie sich ernähren. Da sie gleichzeitig angesaugten Schlamm und organisches Material gleich verklumpen und abgeben, tragen sie zur Sedimentbildung und Wasserklärung bei. Eine Muschel kann pro Tag bis zu 10 l Wasser filtrieren.

Fortpflanzung: Die meist im Mai frei ins Wasser abgegebenen Geschlechtszellen entwickeln sich zu Veliger-Larven, die anhand der gräulichen undurchsichtigen Larvenschale von anderen Muschellarven unterschieden werden können. Mit 0,3 mm Größe findet die Umwandlung zur bodenlebenden Jungmuschel statt. Die Arten werden etwa 3–4 Jahre alt, wenn sie nicht schon vorher von Seevögeln, Plattfischen und Krebsen gefressen werden.

Vorkommen: Herzmuscheln kommen an den europäischen und nordafrikanischen Küsten des Nordatlantiks vor und dringen in der Ostsee untercshiedlich weit vor. Die Essbare Herzmuschel ist bis in die Mecklenburger Bucht hinein anzutreffen, die Brackwasser-Herzmuschel toleriert auch die niedrigen Salzgehalte der östlichen Ostsee. Beide Arten machen in der schlickigen und sandigen Flachwasserzone der Ostsee bis zu 70 % des Gewichts aller Bodentiere aus.