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Sandklaffmuschel (Mya arenaria)

Die größte Muschelart der Ostsee, die Sandklaffmuschel Mya arenaria, trägt ihren Namen zu Recht, lebt sie doch eingegraben im Weichboden und hat eine, bei geschlossenen Schalen, weit klaffende Öffnung für die Ein- und Ausströmröhren am Hinterende des Gehäuses. Sie ist als Leitart der Mya-Zeit die typische Muschelart der jetzigen Ostsee. Die zweite in der Fehmarnbelt-Region vorkommende Art der Gattung Mya ist die Gestutzte Klaffmuschel M. truncata, die in tieferem Wasser zu finden ist.

Kennzeichen: Die Sandklaffmuschel hat ein in der Ostsee bis zu 10 cm langes, matt-weißes Gehäuse mit einem eiförmigen Umriss, das beim lebenden Tier mit einer gelblichen Haut überzogen ist. Die Schalen der Gestutzten Klaffmuschel dagegen sind länglich-oval mit einem fast gerade abgeschnittenen Hinterende, das stark klafft. Beide Arten weisen auf der Schalenoberfläche feine konzentrische Streifen auf. Unter dem Wirbel der linken Schale befindet sich ein mächtiger schaufelförmiger Fortsatz. Bei beiden Arten ist die rechte Schale stärker gewölbt als die linke. Die Schließmuskelabdrücke und die Mantelbucht sind im Inneren der Schale deutlich erkennbar. Die Siphonen der lebenden Tiere liegen nebeneinander in einer schlauchartigen Röhre, die sich bis zur vierfachen Gehäuselänge ausfahren lassen, die jedoch nicht komplett ins Gehäuse zurückgezogen werden können.

Ernährung: Beide Klaffmuschel-Arten leben tief im Sand eingegraben. Mit ihren langen Siphonen strudeln sie mit dem Atemwasser Plankton und abgestorbenes organisches Material ein.

Fortpflanzung: Die Eier werden im Inneren der Weibchen durch eingestrudelte Samenzellen befruchtet und dann ins freie Wasser abgegeben. Die Larven verbleiben zwei Wochen im Plankton, bevor sie sich mit Klebfäden an Sandkörnern oder Pflanzenresten festheften und sich bald danach eingraben. Bis 1 cm Größe sind die Tiere sehr beweglich, doch mit zunehmendem Alter bleibt der Grabfuß verhältnismäßig klein, so dass sich die Tiere dann nicht mehr aus dem Sand wühlen oder eingraben können. Sie werden bis zu 20 Jahre alt, wenn sie nicht schon als Jungtier von Seesternen und Krabben und als Erwachsene von Grundfischen und Möwen gefressen werden.

Vorkommen: Sandklaffmuscheln sind beiderseits des Nordatlantiks verbreitet, wurden aber auch an die nordamerikanische Westküste eingeschleppt. Sie leben in Tiefen bis 10 m, zeigen aber im salzärmeren Wasser der Ostsee die sogenannte Brackwasser-Submergenz und gehen dann auch bis 70 m tief. Sie können einen relativ niedrigen Sauerstoff- und Salzgehalt tolerieren. Die Gestutzte Klaffmuschel bevorzugt als arktische Art niedrigere Temperaturen. Sie lebt in größeren Tiefen als die Sandklaffmuschel und kommt in der Ostsee bis zur Mecklenburger Bucht vor.