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Miesmuschel (Mytilus edulis)

Die an deutschen und dänischen Küsten häufigste und verbreitetste Muschelart ist die Miesmuschel. Ihr Name stammt vom mittelhochdeutschen Wort für Moos, „Mies“, ab. Namensgebend sind die moosartigen, elastischen Byssusfäden, mit denen sich die Muscheln an Oberflächen festheften.

Kennzeichen: Miesmuscheln können 6–8 cm Länge erreichen, sind in der salzarmen Ostsee aber meist kleiner und dünnschaliger. Sie haben eine etwa ungleichseitig dreieckige Form. Der Wirbel mit dem die Schalen verbindenden Schloss liegt am Vorderende. Am abgerundeten Hinterende des Gehäuses ist der ausgefranste Mantel des Miesmuschel-Körpers erkennbar; seine Auslappungen sind beim filtrierenden Tier gut zu sehen. Die Innenseiten der Schalenhälften sind perlmutt-weiß und am Rand dunkelblau gefärbt, so dass sich die Schließmuskelabdrücke und die Mantellinie gut abzeichnen. Siphonen sind nicht vorhanden.

Ernährung und Verhalten: Als Filtrierer strudeln Miesmuscheln Schwebepartikel ein. Unverdauliche Partikel werden als kleine Klümpchen abgegeben und tragen damit zur Sedimentbildung bei. Aufgrund ihrer Filtrierleistung (rund 1 l Wasser pro Stunde und Tier) und ihren oft enorm hohen Besatzdichten übernehmen Miesmuscheln eine wichtige Klärfunktion in Binnenmeeren wie der Ostsee. Miesmuscheln können einige Tage schadlos im Trockenen weiterleben. Ihre hornartigen Byssusfäden, die in einer Drüse nahe des lang ausstreckbaren Fußes gebildet werden, ermöglichen der Miesmuschel das Anheften auf hartem Untergrund. Die Fäden können vom Tier zur Umsiedelung immer wieder zerrissen und neu gebildet werden.

Fortpflanzung: Während der Fortpflanzungszeit werden große Mengen von Eiern (jährlich mehrmals 5–12 Millionen pro Weibchen) und Spermien ins freie Wasser abgegeben. Die meisten Eier und Veliger-Larven werden jedoch gefressen. Im Alter von vier Wochen setzen sich die überlebenden Larven am Untergrund (Seegras, Algen, Hart- und Weichsubstrate) fest und sind dann 1 mm groß und kreisrund, bevor sie ihre Dreiecksform bekommen. Miesmuscheln sind eine wichtige Beute für Seesterne.

Vorkommen: Miesmuscheln sind an den Küsten der nördlichen Hemisphäre verbreitet, haben aber auch Vorkommen um Neuseeland und an der südamerikanischen Atlantikküste. Sie kommen in der gesamten Ostsee vor und bilden auch hier ausgedehnte Muschelbänke auf Sand- und Hartböden, die als Lebensraum und Filterapparat ökologisch sehr bedeutsam sind.