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Amerikanische Scheidenmuschel (Ensis directus)

Scheidenmuscheln sind mit ihren schwertförmigen Schalen unverwechselbar: Keine anderen Muschelarten in der Fehmarnbelt-Region haben eine vergleichbare Form. Die Amerikanische Scheidenmuschel ist in der gesamten Region verbreitet. Im salzreicheren Wasser bis zum Großen und Kleinen Belt wurden jedoch auch andere Arten (Ensis ensis, E. siliqua) nachgewiesen.

Kennzeichen: Das bis zu 16 cm lange, in der Ostsee aber viel kleinere Gehäuse von Scheidenmuscheln besteht aus zwei sehr langen, schmalen Schalenhälften, deren Ober- und Unterrand parallel zueinander verlaufen. Das der Amerikanischen Scheidenmuschel ist etwas gebogen. Die Schale ist weiß und von einer braunen Haut überzogen und hat Jahresringe. Wirbel und Schloss liegen beim Tier vorne. Das Vorder- und das Hinterende des Gehäuses können nicht ganz geschlossen werden, sie klaffen ständig. Am Vorderende tritt der muskulöse Fuß heraus, am Hinterende liegen die verhältnismäßig kurzen Siphonen.

Fortpflanzung: Die Tiere wachsen relativ rasch und sind bereits nach ca. 1 Jahr geschlechtsreif. Sie können bis 5 Jahre alt werden und vermehren sich über planktonische Veliger-Larven.

Vorkommen: Die von der nordamerikanischen Ostküste stammende Amerikanische Scheidenmuschel hat sich seit Mitte der 1970er Jahre, durch Schiffe eingeschleppt, an der südlichen Nordseeküste Europas verbreitet und massenhaft vermehrt, ist aber auch schon in die westliche Ostsee eingedrungen. Scheidenmuscheln leben bevorzugt in Sand- und Schlickböden, wo sie senkrecht mit dem Hinterende nach oben in tiefen Röhren leben. Sie befinden sich dicht unter der Oberfläche und filtrieren dort das Wasser nach Nahrung, können sich jedoch bei Gefahr mit Hilfe ihres Fußes sehr schnell in die Tiefe ihrer Röhren zurückziehen. Sie kommen zwischen 3 und 18 m, selten auch in über 20 m Wassertiefe vor. In Gegenden mit dichter Besiedlung können über 400 Exemplare auf einem Quadratmeter leben.