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Aalmutter (Zoarces viviparus)

Als man den komplexen Lebenszyklus der Aale noch nicht kannte und man keine geschlechtsreifen Aale fand, mochte die „Abstammung“ der Aale von den lebendgebärenden „Aalmuttern“ plausibel sein. Eine nähere Verwandtschaft zwischen beiden Arten besteht jedoch nicht.

Kennzeichen: Wie der Butterfisch und der heimische Seewolf hat die Aalmutter einen aalartigen, hinten spitz zulaufenden Körper. Er ist nur wenig beschuppt und stattdessen von einer Schleimschicht überzogen. Sie wird bis zu 50 cm lang, wobei die Weibchen generell größer als männliche Tiere sind. Rücken- und Afterflosse verbinden sich mit der Schwanzflosse zu einem Flossensaum. Auffällig sind die großen Brustflossen und die dunklen Querbänder, die gleichmäßig über den oberen Flossensaum verteilt sind. Der Körper ist ockerfarben mit dunklen Flecken. Der plumpe Kopf hat ein weites Maul mit dicken Lippen. Die Gräten sind, wie die des Hornhechts, durch den ungiftigen Farbstoff Biliverdin grün gefärbt. Aalmuttern besitzen als bodenlebende Fische keine Schwimmblase.

Ernährung und Verhalten: Die Aalmutter ist ein häufiger und standorttreuer Bodenfisch, der im Flachwasser lebt, sich im Winter aber in tiefere Schichten zurückzieht. Der Fisch ernährt sich von Würmern, Weichtieren, kleinen Krebstieren und Fischen.

Fortpflanzung: Zur Paarungszeit zwischen August und September findet eine innere Befruchtung der 3 mm großen Eier statt. Nach einer Tragzeit von 4 Monaten gebärt das Weibchen 30–400 Junge, die rund 4–5 cm lang sind und gleich zum Bodenleben übergehen.

Vorkommen: Die Aalmutter ist im Nordostatlantik, in der Nord- und Ostsee sowie im Brackwasser von Flussmündungen heimisch, wo der Salzgehalt nicht unter 5 PSU sinkt. Dort lebt sie versteckt auf bewuchsreichen Böden der Algen- und Seegrasregion zwischen 4 und 10 m.