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Große Schlangennadel (Entelurus aequoreus)

Mit etwas Geduld und Übung kann zwischen den Halmen von Seegras oft eine Art der Seenadeln, Verwandte der Seepferdchen, entdeckt werden. Die Große Schlangennadel ist aufgrund ihrer farbigen Bänderung und Größe der wohl auffälligste in der Ostsee vorkommende Vertreter der Seenadeln.

Kennzeichen: Die bis zu 40 cm langen Männchen und bis zu 60 cm langen Weibchen haben einen fast drehrunden Körper. Die röhrenförmig ausgezogene Schnauze ist etwa halb so lang wie der Kopf. Der Körper ist gelb-grünlich bis orange gefärbt und hat ein markantes Ringelmuster aus dunkel geränderten Querbänder. Durch das Auge verläuft ein dunkelrotes Längsband. Im Unterschied zu den eigentlichen Seenadel-Arten können Schlangennadeln ihre Farbe nicht ändern. Außerdem haben sie keine Brustflossen und nur eine stark verkümmerte Schwanzflosse, was sie zu einem schlechten Schwimmer macht. Der Schwanz ist zu einem Wickelschwanz ausgebildet, der es dem Fisch ermöglicht, sich an Seegras festzuhalten.

Ernährung und Verhalten: Die Große Schlangenadel ist mit ihrem halmförmigen Körper perfekt an das Leben in der Seegraswiese und im Algenwald angepasst. Meist steht sie aufrecht zwischen Seegras oder Algen und lauert mit dem Kopf in Strömungsrichtung kleinen Beutetieren des Planktons auf.

Fortpflanzung: Seenadel-Arten betreiben Brutpflege und haben ein ungewöhnliches Fortpflanzungsverhalten. Zwischen Juni und Juli produziert das Weibchen 400–1000 Eier, die es nach einem Balzritual auf die Bauchseite mehrerer Männchen überträgt. Die Männchen tragen die angeheftete Brut bis zum Schlüpfen der rund 11–12 mm langen Jungfische bei sich. Diese besitzen noch Brustflossen, die erst im Laufe ihrer weiteren Entwicklung rückgebildet werden.

Vorkommen: Die Große Schlangenadel ist im Nordostatlantik bis zu den Azoren verbreitet und auch in der westlichen Ostsee zu finden. Sie hält sich in der Algenregion des Flachwassers bis zu 30 m Tiefe auf, ist gelegentlich während der Sommermonate aber auch im Freiwasser nahe der Wasseroberfläche zu finden. Die Große Schlangennadel steht nicht unter Schutz, wird jedoch durch den zunehmenden Verlust seines Lebensraums – Seegraswiesen sowie Hartböden mit Algen – bedroht.