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Seenadel (Syngnathus spp.)

Die in der Ostsee am weitesten verbreitete Seenadel-Art ist die Grasnadel (Syngnathus typhle). Neben ihr kommt auch die Kleine Seenadel (S. rostellatus) und die Große Seenadel (S. acus) vor. Sie unterscheiden sich durch Feinheiten im Körperbau, sind aber grundsätzlich von ähnlicher Gestalt. Alle Seenadeln, aber auch Schlangennadeln haben einen langgestreckten Körper mit einem äußeren Hautpanzer, besitzen jedoch keine Rippen. Seenadeln sind mit den Seepferdchen verwandt, was auch an ihrer Kopfform erkennbar ist. Ihr Maul ist röhrenförmig und wirkt beim Fang von Beute wie eine Pipette. Seenadeln haben im Gegensatz zu Schlangennadeln Brustflossen und eine ausgeprägte Schwanzflosse. Sie sind langsame Schwimmer. Um trotzdem eine ausreichende Sauerstoffaufnahme zu gewährleisten, besitzen See- und Schlangennadeln büschelförmige Kiemen mit einer großen Oberfläche.

Kennzeichen: Die Grasnadel hat im Vergleich zu anderen Seenadeln ein relativ hohes, seitlich abgeflachtes Maul, das mehr als die Hälfte des Kopfes lang ist und breit ist. Ihr Rücken ist dunkler gefärbt als die Bauchseite. Grasnadeln werden bis zu 30 cm lang. Die Kleine Seenadel hat eine kurze Schnauze, die weniger als halb solang wie der Kopf ist. Sie wird bis zu 17 cm lang. Das Maul der Großen Seenadel ist mehr als halb so lang wie der Kopf, aber nicht so hoch wie das der Grasnadel. Männliche Tiere können eine Länge von 50 cm erreichen, weibliche bleiben kleiner.

Ernährung: Alle drei Arten ernähren sich von Kleinkrebsen sowie Fischeiern und -larven, die aus dem freien Wasser aufgesaugt werden.

Fortpflanzung: In den Sommermonaten werden nach langer Balz 100–400 Eier erzeugt, die das Weibchen mit Hilfe einer Genitalpapille in der aus zwei Hautlappen gebildeten Bruttasche an der Schwanzunterseite des Männchens platziert. Kleine Seenadeln haben diese Bruttasche jedoch nicht. Nach etwa fünf Wochen schlüpfen die vollentwickelten, je nach Art 2–3 cm langen Jungfische aus den Eiern. Beim Paarungsgeschäft sind generell die Weibchen die aktiveren und tragen ein Hochzeitskleid.

Vorkommen: Die Grasnadel lebt in der gesamten Ostsee bis auf den Bottnischen Meerbusen sowie im Nordostatlantik von Norwegen bis ins Mittelmeer und Schwarze Meer hinein. Die Kleine und Große Seenadel ist in der westlichen Ostsee und an den Flachküsten von Westeuropa zu finden. Sie alle leben in der Algenregion über sandigen, schlammigen oder gerölligen Böden bis zu einer Tiefe von rund 18 m, normalerweise zwischen Algen oder Seegras.