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Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)

Der Dreistachlige Stichling ist ein kleiner, silbriger Fisch, der auf der Nordhalbkugel weit verbreitet ist. Aufgrund seiner Formenvielfalt innerhalb seines großen Verbreitungsgebiets, seiner Anpassungsfähigkeit in Bezug auf verschiedene Umweltbedingungen, seines Sozial- und Fortpflanzungsverhaltens und wegen anderer Besonderheiten ist die Art schon seit langer Zeit intensiv erforscht worden.

Kennzeichen: Der höchstens 9 cm kleine Fisch hat einen ovalen Körper mit einem schlanken Schwanzstiel. In der Ostsee glänzt er silbrig oliv oder bläulich und ist dunkelbraun marmoriert. Während der Paarungszeit haben die Männchen einen roten Bauch. Wie alle Stichlinge trägt auch der Dreistachlige Stichling keine Schuppen. Er bildet jedoch dachziegelartig überlappende Knochenplatten aus. Namensgebend und besonders auffällig sind die drei aufstellbaren Stacheln vor der Rückenflosse. Die Bauchflossen tragen ebenfalls je einen langen, kräftigen Stachel. Sie dienen als Schutz vor Fressfeinden, da die abgespreizten Stacheln beim Zubeißen den Kiefer des Angreifers verletzen.

Ernährung und Verhalten: Dreistachlige Stichlinge sind sehr gewandte Schwimmer. Sie ernähren sich von verschiedenen Kleintieren wie Krebsen und Würmern, aber auch von Fischlaich und -brut.

Fortpflanzung: Während der Laichzeit von April bis Juli wandert die marine Form des Stichlings in die Flussunterläufe ein. Das nun auffällig gefärbte Männchen besetzt ein Brutrevier, das es aggressiv gegenüber Artgenossen verteidigt. Es baut am Boden ein Nest aus Pflanzenteilen, die mit Nierensekret verklebt werden. In die entstandene Bruthöhle legen daraufhin mehrere, durch einen Balztanz angelockte Weibchen nacheinander ihre Eier (je 100–400 Stück) ab. Anschließend werden die Weibchen vertrieben und das Gelege sowie die schlüpfende Brut vom Männchen bewacht und gepflegt. Nach 7–12 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie bleiben noch einige Tage am Nest und werden vom territorialen Männchen umsorgt. Der Dreistachlige Stichling kann in einer Saison bis zu viermal ein Nest bauen. Dies ist mitunter mit großen Anstrengungen verbunden, so dass die Männchen oft den Herbst nicht erleben.

Vorkommen: Dreistachlige Stichlinge sind ursprünglich wandernde Meeresfische, die sich als Erwachsene von Plankton in Küstengewässern ernähren und im Frühjahr zur Fortpflanzung in Süßgewässer ziehen. Sie kommen in fast ganz Europa, Nordasien und Nordamerika vor und bewohnen im dortigen Süß-, Brack- und Salzwasser typischerweise pflanzenreiche Areale mit sandigem oder schlammigem Grund. Die Art gilt als nicht gefährdet.