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Flunder (Platichthys flesus)

Die Flunder, der häufigste in der Ostsee vorkommende Plattfisch, sieht der Scholle zum Verwechseln ähnlich, besonders als Jungfisch. Eindeutig bestimmen lässt sie sich, wenn man an der Seitenlinie und an den Basen der Rücken und Bauchflossen entlangstreicht: Dort fühlt sich die Haut bei der Flunder sehr rau an, während die Haut der Scholle glatt ist. Außerdem hat sie nicht so stark ausgeprägte rote Flecken auf der Oberseite wie die Scholle.

Kennzeichen: Die Flunder ist ein gewöhnlich bis zu 30 cm, selten auch bis zu 50 cm langer Fisch. Ihr Körper ist stark abgeflacht und verbreitert und mit Ausnahme der jüngsten Larvenstadien, die noch „aufrecht“ schwimmen, unsymmetrisch. Beide Augen liegen auf einer Seite. Von allen Plattfischen zeigt die Flunder dabei die größte Variabilität: zwei Drittel aller Tiere sind rechtsäugig, ein Drittel ist linksäugig. Mit der gegenüberliegenden Blindseite liegt die Flunder auf dem Boden. Der Körper ist auf dem Rücken von einer langen Rückenflosse und auf dem Bauch von der weit nach vorn reichenden Afterflosse umgeben. Mit diesen wellenförmig bewegten Flossensäumen erfolgt das Schwimmen in Seitenlage. Charakteristisch für die Flunder ist eine scharfkantige, raue Knochenleiste auf dem Kopf.

Ernährung: Die Tiere graben sich tagsüber oft oberflächlich in den Sand ein, so dass nur die Augen hervorschauen. Nachts suchen sie nach Nahrung. Junge Tiere fressen hauptsächlich Krebstiere und Borstenwürmer, während sich ältere von Weichtieren und kleinen Fischen wie Grundeln und Sandaalen ernähren.

Fortpflanzung: Flundern vermehren sich in der Ostsee zwischen Februar und Juni. Ein Weibchen kann bis zu 2 Millionen Eier legen. Die Eigröße nimmt mit abnehmendem Salzgehalt zu, so dass die Eier besser in der Schwebe bleiben können. Die Tiere laichen vorwiegend in salzreichen Senken. Bei einer Wassertemperatur von 10 °C schlüpfen die rund 3 mm langen Larven nach etwa einer Woche. Anfangs sehen sie anderen Fischlarven ähnlich und leben im freien Wasser. Mit einer Länge von 7–10 mm setzt die Metamorphose ein, und das Auge der zukünftigen Blindseite wandert auf die Oberseite. Die Tiere gehen dann zum Bodenleben über. Männchen werden mit drei und Weibchen mit vier Jahren geschlechtsreif.

Vorkommen: Die Flunder lebt in den Küstengewässern Europas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Weißen Meer bis zur nördlichen Mittelmeerküste. Aber auch im Schwarzen Meer und in der Nord- und Ostsee ist sie häufig. Die Flunder bevorzugt Brackwasser und verträgt auch Süßwasser. Sie hält sich in Flussmündungen, Fjorden und Buchten auf. Einige Exemplare wandern weit die Flüsse hinauf.