GridviewListLogin

en | dk | de

Grundel (Pomatoschistus spp.)

Innerhalb der Grundel-Gattung Pomatoschistus sind in der Fehmarnbelt-Region drei schwer zu unterscheidende Arten vertreten: die Sandgrundel (P. minutus), die Strandgrundel (P. microps) und die Fleckengrundel (P. pictus). Sie alle leben auf dem Meeresboden im Flachwasser der Ostsee und sind durch ihr unterschiedlich ausgeprägtes Fleckenmuster gut getarnt. Oft werden sie in großer Zahl angetroffen.

Kennzeichen: Charakteristisch für viele Grundel-Arten ist ihr leicht gestreckter Körper sowie ihr abgeflachter Kopf mit nach oben stehendem Maul und nach oben gerichteten Augen. Ihre Bauchflosse ist zu einem flachen Saugnapf verwachsen, die Brustflossen sind relativ groß. Die Seitenlinie fehlt meist. Als Bodenfische besitzen sie nur eine verkümmerte Schwimmblase. Die bis zu 9 cm lange Sandgrundel hat einen dunklen Fleck am Hinterrand der ersten Rückenflosse, die bis zu 6 cm lange Strandgrundel einen schwarzen Fleck am Schwanzstiel und die maximal 6 cm lange Fleckengrundel eine Doppelreihe regelmäßiger schwarzer Punkte auf den beiden Rückenflossen. Insgesamt sind Grundeln jedoch schwer zu bestimmen.

Ernährung und Verhalten: Die typische Fortbewegungsweise der Grundeln ist ein ruckartiges Schwimmen durch kräftige Schwanzflossen- und Brustflossenschläge. Sie ernähren sich vorwiegend räuberisch von kleinen Krebstieren, Würmern und Fischbrut, stellen aufgrund ihrer geringen Größe aber auch selbst eine wichtige Nahrung besonders für Plattfische dar.

Fortpflanzung: Im Frühjahr und Sommer bilden die Männchen Reviere und bauen Nester (z. B. ausgegrabene Höhlen unter Muschelschalen), in die die Weibchen ihre rund 1 mm großen, birnenförmigen Eier legen. Die Gelege werden bis zum Schlupf der Jungfische, je nach Art nach ein bis drei Wochen, von den Männchen bewacht, gegen Fressfeinde verteidigt und durch Flossenfächeln ständig mit Frischwasser versorgt. Die beim Schlupf nur wenige Millimeter langen Larven leben zunächst pelagisch im Freiwasser, gehen später jedoch zum Bodenleben über. Nach etwa einem Jahr werden sie geschlechtsreif. Die Lebensdauer beträgt etwa zwei Jahre.

Vorkommen: Die drei Grundel-Arten sind an flachen Küsten des Nordostatlantiks und im Mittelmeer verbreitet. Die Kiesböden bewohnende Fleckengrundel kommt nur in der westlichen Ostsee vor, während die Weichboden-bewohnenden Sand- und Strandgrundeln an der gesamten Ostseeküste zu finden sind. Grundeln haben fischereiwirtschaftlich keine Bedeutung.