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Schiffsbohrwurm (Teredo navalis)

Kennzeichen und Verhalten: Der Schiffsbohr- oder Pfahlwurm ist trotz seines Namens kein Wurm, sondern eine Meeresmuschel. Die Schale ist jedoch auf zwei rund 1 cm kleine Klappen am Vorderende reduziert. Sie wird nicht primär zum Schutz des Körpers, sondern zum Bohren in das Holz von Schiffswänden, Pfahlbauten, Treibgut usw. benutzt. Zusätzlich zur Schale sondert der Körper eine Kalkröhre von rund 1 cm Durchmesser ab, die dem Schiffsbohrwurm als Wohnröhre dient. Sie kann durch zwei kleine Kalkplatten geschlossen werden. Der Körper der Muschel ist stark verlängert, wurmartig gestreckt und bis zu 20 cm lang. Am Hinterende befinden sich zwei lange Ein- und Ausströmschläuche, die die Verbindung mit dem Umgebungswasser herstellen.

Ernährung: Der Schiffsbohrwurm ernährt sich vom Holz, das er mit seinen Schalenklappen abschabt. Die zur Verdauung des Holzes benötigten Enzyme werden ihm von symbiotischen Bakterien zur Verfügung gestellt, die in seinen Kiemen sitzen. Die Enzyme werden mittels eines unbekannten Prozesses in den Verdauungstrakt transportiert. Daneben filtert die Muschel zur Nahrungsergänzung Plankton aus dem Umgebungswasser heraus.

Fortpflanzung: Der Schiffsbohrwurm ist ein Zwitter, der mehrmals sein Geschlecht wechseln kann. Pro Jahr können 1 bis 5 Millionen Eier produziert werden. Diese werden von eingestrudelten Samen im Kiemenbereich befruchtet. Zwei Wochen lang bleiben die Larven im Kiemenraum des Elterntiers, bevor sie ein bis drei Wochen lang im offenen Wasser leben und sich anschließend mit einem Haftpfaden auf Holz festsetzen. Dort fangen sie mit den Schalenklappen an zu bohren. Die Geschlechtsreife erlangen die Muscheln nach zwei Monaten. Schiffsbohrwürmer können zwei bis drei Jahre alt werden.

Vorkommen: Der Schiffsbohrwurm lebt weltweit in warmen bis gemäßigten Zonen und hat sich von alters her durch die Schifffahrt ausgebreitet. Er hat eine hohe Toleranz gegenüber Salzgehalt und Temperatur. So erträgt er Brackwasser bis zu einem Salzgehalt von etwa 9 PSU und ist in der westlichen Ostsee bis Rügen verbreitet.