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Moostierchen (Bryozoa)

Moostierchen sind in der Regel festgewachsene Tierstöcke, die aus vielen Einzelindividuen bestehen und häufig mit Algen, Korallen oder Hydropolyp-Kolonien verwechselt werden können. Sie gehören jedoch einem eigenen Tierstamm an und bilden rund 4000–6000 zumeist im Meer oder Brackwasser lebende Arten aus.

Kennzeichen: Die Einzeltiere innerhalb einer Moostierchen-Kolonie sind genetisch identisch, haben aber im Unterschied zu den Hydropolyp-Kolonien voneinander getrennte Verdauungssysteme. Sie haben ein verkalktes oder horniges Gehäuse, in dem der Weichkörper steckt. Die Mundöffnung wird von einem ausstreckbaren Tentakelkranz umgeben, mit dem sie als Filtrierer pflanzliches Plankton fangen. Die Wuchsformen der Tierstöcke sind sehr vielfältig. Sie können moosförmige Krusten (daher der Name) oder blattartige Strukturen bilden. Die Arten können anhand der artspezifischen Stockbildung bestimmt werden.

Fortpflanzung: Moostierchen sind meist Zwitter und können sich geschlechtlich oder ungeschlechtlich fortpflanzen. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung entstehen zwei Larventypen: Die eine Larve treibt Wochen oder Monate im freien Wasser und ernährt sich von kleinsten Bestandteilen des Planktons, während sich die andere schon nach wenigen Stunden festsetzt und durch Metamorphose die ersten Einzeltiere der neuen Kolonie bildet. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung erfolgt durch Knospung, wodurch große Kolonien entstehen können.

Vorkommen: Moostierchen leben auf steinigem Grund oder anderen harten Oberflächen wie Muschel- und Schneckenschalen, Krebspanzern und Braunalgen in allen Meeren der Welt, vom Flachwasser bis in größere Tiefen. In der Ostsee kommen mehrere Arten von Moostierchen vor.