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Schlammtrichterkrebs (Diastylis rathkei)

Kennzeichen: Diese wie kleine Kaulquappen aussehenden Tiere gehören einer besonderen Ordnung an, den sogenannten Cumacea. Sie haben innerhalb der Höheren Krebse einen einzigartigen Bauplan, der es einfach macht, sie von anderen Krebstier-Gruppen zu unterscheiden. Ihr Kopf- und Brustpanzer ist stark vergrößert, der Hinterleib ist sehr schmal, und der Schwanz ist gegabelt. Einige Rumpfsegmente sind nicht vom Panzer bedeckt. Hinter der dornähnlichen Stirn liegt beim Schlammtrichterkrebs ein einzelnes, ungestieltes Auge. Die Tiere werden bis 22 mm groß und haben einen nach oben gerichteten Schwanz.

Verhalten: Die meisten der weltweit ungefähr 1500 vorkommenden Cumacea-Arten leben im flachen Weichboden von Meeresküsten oder im Brackwasser und ernähren sich dort von Mikroorganismen und organischem Material im Sediment. Sie graben und wühlen dort und verlassen den Weichboden nur zur Paarung. Da die Cumacea keine freien Larvenstadien haben und nur schlecht schwimmen können, haben sie auch nur geringe Ausbreitungsmöglichkeiten. Der Schlammtrichterkrebs unternimmt jedoch vertikale Wanderungen und steigt nachts in die Wassersäule auf. Er ist in der westlichen Ostsee eines der wichtigsten Beutetiere für Grundfische.

Dem Schlammtrichterkrebs sehr ähnlich sehend sind zwei weitere Cumacea-Arten, Eudorella truncatula und Eudorellopsis deformis, sie sind aber mit einer Maximallänge von 5 mm viel kleiner als dieser. Neben zahlreichen Gemeinsamkeiten, aber auch Besonderheiten im Bauplan ist das Fehlen eines deutlichen Schwanzendes ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zum Schlammtrichterkrebs. Die Arten sind auf schlammigen Weichböden an den Flachküsten des Nordatlantiks und im Mittelmeer verbreitet und wurden auch in der Fehmarnbelt-Region nachgewiesen.