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Schlickkrebs (Corophium spp.)

Kennzeichen: Diese bis zu 1 cm großen Flohkrebse zeichnen sich durch ihre ungewöhnlich kräftigen Antennen aus, mit denen sie Detritus vom Boden abschaben.

Vorkommen: Schlickkrebse besiedeln vor allem schlickige bis feinsandige Böden (beispielsweise das Wattenmeer der Nordsee) oder auch harte Untergründe wie Pfähle, in bzw. auf denen sie mit Schleim ausgekleidete Röhren bauen.

Ernährung und Verhalten: Sie ernähren sich von abgestorbener organischer Substanz und Plankton, das sie durch einen mit den Hinterbeinen erzeugten Wasserstrom in ihre Röhre strudeln. Die oft sehr hohe Bevölkerungsdichte machen Schlickkrebse zu einer wichtigen Nahrungsgrundlage für zahlreiche Wasservogelarten, für bodenlebende Fische, größere Krebse und räuberische Würmer. Das massenhaftes Auftreten von Corophium volutator in Flachwasser-Ökosystemen der nördlichen Halbkugel steuert aber auch die Sedimentbeschaffenheit – ähnlich der Funktion, die Regenwürmer in Gartenerde erfüllen. Schlickkrebse gelten daher als Schlüsselarten, die einen bedeutenden Einfluss auf die Artenvielfalt in ihrer Lebensgemeinschaft und auf den Lebensraum ausüben.

Fortpflanzung: Schlickkrebse können bis ein Jahr alt werden und zwischen Frühjahr und Herbst ein bis zwei neue Generationen produzieren.

Nahe verwandt mit dem sehr häufigen, bis 10 mm großen Gemeinen Schlickkrebs Corophium volutator und auch ähnlich von der Gestalt her sind Crassicorophium crassicorne, Medicorophium affine und Monocorophium insidiosum, die bis 5 mm groß werden und stark beborstete Gliedmaßen haben. Aber auch andere Schlickkrebs-Arten kommen in der Fehmarnbelt-Region vor. Sie lassen sich durch die Beborstung und Bedornung ihrer Gliedmaßen sowie andere Merkmale unter dem Mikroskop bestimmen.