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Flohkrebs (Gammarus spp.)

In der Ostsee kommen ungefähr zehn verschiedene Gammarus-Arten vor, von denen G. locusta, G. oceanicus, G. salinus und G. zaddachi am weitesten verbreitet sind. Alle Arten sind von Laien nur schwer voneinander zu unterscheiden. Zu den Bestimmungsmerkmalen zählen Form, Bedornung sowie Beborstung der Mundgliedmaßen und des letzten Segments (Telson), für deren Betrachtung ein Mikroskop oder eine starke Lupe notwendig ist. Gammarus-Arten werden häufig beim Keschern im Flachwasser der Ostsee sowie als Tang-Bewohner angetroffen.

Kennzeichen: Der Körper der Gammariden ist wie bei den meisten Flohkrebsen seitlich zusammengedrückt, fast halbkreisförmig zum Bauch hin eingekrümmt und mehr oder weniger regelmäßig segmentiert. Vier Beinpaare sind nach vorne, drei längere nach hinten gerichtet; dahinter befinden sich drei Schwimmbeinpaare. Die beiden vorderen Laufbeinpaare besitzen scherenförmige Greifwerkzeuge. Die Tiere bewegen sich kriechend in Seitenlage fort, beim Schwimmen aber aufrecht mit der Rückenseite oben. Der bräunliche Körper besitzt kein Rückenschild. Der Kopfvorderrand unterhalb der Augen ist bei den meisten Gammarus-Arten tief ausgeschnitten. Je nach Art erreichen ausgewachsene Tiere Längen von 12–26 mm. Weibchen sind größer als Männchen.

Ernährung: Die Arten sind Allesfresser und ernähren sich vorwiegend von abgestorbenem Material, leben teilweise aber auch räuberisch. Sie selbst stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Fische und Meeresvögel dar.

Fortpflanzung: Wie alle anderen Flohkrebs-Arten betreiben die Weibchen Brutpflege, indem sie die befruchteten Eier und Embryonen (teilweise unterschiedlicher Entwicklungsstadien) unter ihrem Körper tragen. Bis zu zwei neue Generationen können pro Sommer gebildet werden.

Vorkommen: Gammariden leben vor allem im Flachwasser zwischen Pflanzen, Miesmuscheln und Steinen, besiedeln aber auch den Spülsaum. Während G. locusta und G. oceanicus marine Arten sind und hauptsächlich an den Küsten der Nordsee und der westlichen Ostsee vorkommen, sind G. salinus und G. zaddachi Brackwasser-Arten, die auch in die Flussmündungen vordringen.