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Tobiasfisch (Ammodytes tobianus)

Der Tobiasfisch, auch Kleiner Sandaal genannt, gehört zur Familie der Sandaale. Er hält sich oft in riesigen Schwärmen über Sandböden auf, in die sie bei Gefahr, bei Ebbe oder im Winter schnell eintauchen können (der wissenschaftliche Gattungsname, Ammodytes, bedeutet „Sandtaucher“).

Kennzeichen: Der Tobiasfisch hat wie alle Sandaale einen langgestreckten, schlanken Körper mit spitzem, oberständigen und vorstülpbaren Maul. Die lange, durchgehende Rückenflosse ist in eine Furche zurücklegbar; eine Bauchflosse fehlt. Ein Erkennungsmerkmal ist die Länge der Brustflosse: Ihre Spitze reicht bis hinter den Rückenflossenansatz. Sandaale besitzen keine Schwimmblase und müssen daher im freien Wasser ständig in Bewegung bleiben, um nicht abzusinken. Die Art kann bis zu 20 cm lang und sieben Jahre alt werden.

Ernährung und Verhalten: Tobiasfische sind hauptsächlich nachtaktiv, aber von Schnorchlern und Tauchern auch tagsüber zu beobachten, wenn sie sich leicht schlängelnd schwimmend in großen Schwärmen vom dunklen Boden abheben. Aufgrund ihrer silbernen Farbe sind sie gegen das freie Wasser oder die Oberfläche gut getarnt. Sie ernähren sich von tierischem Plankton und sind selbst eine wichtige Beute von Dorsch, Makrele, Lachs und verschiedenen Plattfischen sowie, während der Brutzeit, von Meeresvögeln. Sie alternieren zwischen einem Leben im Sandboden und dem freien Schwimmen im Wasser. Den Winter verbringen sie in 20–50 cm tiefen Sandschichten.

Fortpflanzung: Die Weibchen legen ihre Eier im Frühjahr auf Sandgrund ab, die Larven entwickeln sich aber im offenen Wasser.

Vorkommen: Er lebt, wie auch der etwas größere Große Sandaal (Hyperoplus lanceolatus) an den Küsten von Nordsee und westlicher bis mittlerer Ostsee. Weitere 26 Sandaal-Arten sind in den kalten und gemäßigten Regionen von Atlantik, Indik und Pazifik verbreitet.