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Scholle (Pleuronectes platessa)

Kennzeichen: Die Scholle ist ein Plattfisch, der in der Ostsee bis zu 45 cm, sonst aber bis knapp 1 m lang, 7 kg schwer und 50 Jahre alt werden kann. Sie hat einen seitlich stark abgeflachten und verbreiterten Körper mit einem schiefen Maul. Beide Augen liegen auf der rechten, nach oben gewandten Seite, die beige gesprenkelt ist und kräftige orange Flecken aufweist, je nach Untergrund aber farblich sehr anpassungsfähig ist. Mit der gegenüberliegenden weißen Bauchseite liegen die Tiere auf dem Boden. Schollen sind leicht mit den etwas kleineren Flundern zu verwechseln. Diese haben jedoch weniger deutlich ausgeprägte Flecken, eine auf Höhe der Brustflossen stärker gewölbte Seitenlinie sowie eine raue Hautoberfläche. Aufgrund ihrer kleinen Schuppen fühlt sich die Scholle glatt an.

Ernährung und Verhalten: Eingegraben im Sand lauert die Scholle auf ihre Nahrung: Jungtiere bevorzugen Krebse und Würmer, ältere Fische ernähren sich hauptsächlich von Weichtieren wie Muscheln und Schnecken. Für die Nahrungssuche legen sie oft lange Wanderungen zurück.

Fortpflanzung: Nach drei bis neun Jahren und bei einer Größe von 30–40 cm wird die Scholle geschlechtsreif. Während der Fortpflanzungszeit zwischen November und März kann ein einzelnes Weibchen bis zu einer halben Million Eier in die Wassersäule entlassen. In der Ostsee befinden sich wichtige Laichplätze vor allem in tieferen, salzreichen Senken. Nach zwei Wochen schlüpfen die Larven. Sie haben noch keine Ähnlichkeit mit dem späteren Plattfisch, sondern ähneln eher winzigen Heringen. Erst nach zwei weiteren Monaten ist das linke Auge auf die rechte Körperhälfte gewandert, und die junge Scholle beginnt ihr Leben als Plattfisch am Grund. Beim Waten in flachem Wasser lassen sich oft junge Schollen entdecken, die flüchten, um sich einige Meter weiter wieder blitzschnell einzugraben.

Vorkommen: Die Scholle ist an fast allen europäischen Küsten verbreitet: vom Weißen Meer bis zur portugiesischen Atlantikküste, aber auch in Nord- und westlicher Ostsee sowie im westlichen Mittelmeer. Sie lebt auf sandigem und schlickigem Grund bis in 70 m Tiefe, wovon es in Nord- und Ostsee reichlich gibt. Jüngere Tiere sind näher an der Küste angesiedelt als ältere. Die Scholle bevorzugt tieferes und salzreicheres Wasser als die Flunder und die Kliesche.